aus der Dezember-Ausgabe 2009 des Bollywood-Lifestyle-Magazins ISHQ

...Die Herkunft des Spiels ist weiterhin mysteriös, nur dass es in Asien seinen Ursprung hat, ist anzunehmen. Wahrscheinlich hat es sich als kostengünstige Alternative zum Billard, welches von den britischen Kolonialherren in Indien gespielt wurde, verbreitet - oder auch entwickelt. Nun gibt es aber auch viele, die sagen, Carrom wäre noch älter als Billard. Denen zufolge gab es im alten Ägypten ein Lochspiel der Pharaonen, das die Ägypter nach Äthiopien und in den Jemen trugen. Und im Jemen wird noch heute "Kairam" gespielt. Mehrere Historiker schließen daher aus den Quellen der Antike, dass Carrom gar ein Vorläufer des Billards sei. Vielleicht sollte man also beim Billard eher vom "Carrom mit Stock" sprechen? Das indische Fingerbillard kam jedenfalls über die Handelswege Indiens auch nach Sri Lanka, Pakistan, Malaysia, Afghanistan, Burma, Nepal und Bangladesch. 1956 wurde mit der "All India Carrom Federation" der erste Carrom-Verband weltweit gegründet und musste der Tatsache ins Auge sehen, dass das Spiel regional doch sehr unterschiedlich gespielt wurde. Innerhalb eines Jahres einigte sich der Verband daher auf ein einheitliches Regelwerk. Die kommenden Jahre über verbesserte sich dann auch das Spielmaterial und Carrom wurde so noch variantenreicher, woraufhin die Regeln erneut überarbeitet werden mussten. Das im Jahr 1969 erstmals erschienene "Laws of Carrom" enthält die Spielregeln, wie sie noch bis heute mit geringfügigen Änderungen international gültig sind. Natürlich gibt es aber für Hobby-Spieler weiterhin regionale Unterschiede. So haben wir etwa festgestellt, dass nicht jeder die Daumenstöße kennt - ein Mitspieler aus Kuwait zum Beispiel diffamierte diese Technik glatt als "Mädchenstoß", musste sich aber auch eingestehen, dass die Mädels am Brett diese Schüsse tatsächlich besser beherrschten als er... (zurück)